Archiv der Kategorie: COP19

Was ist was auf der COP

Ich kam mit der nach jetzigen Kenntnissen naiv zu bewertenden Vorstellung nach Warschau, auf einer Klimakonferenz würden den ganzen Tag Delegierte im Plenum diskutieren und verhandeln. Es stellte sich jedoch heraus, dass es hier ganz anders zugeht! Neben dem Plenum gibt es noch eine Vielzahl parallel laufender Aktivitäten, die einen teilweise nicht kleinen Einfluss auf den Verlauf der COP haben. Hier ein kleiner Überblick, damit ihr euch unsere Tage besser vorstellen könnt.

Plenary
Im Eröffnungsplenum nennt jede Nation ihre Aussicht auf den kommenden Gipfel. Im Verlauf der Konferenz wird dort der Ablauf der Konferenz beschlossen. Hier finden die Hauptverhandlungen statt. Meistens machen Nationen dazu schwammige Aussagen darüber, was man alles machen müsste.

Side Events und Workshops
In den vielen Konferenzräumen des Stadions und auch außerhalb finden zahlreiche Veranstaltungen zu Themen rund um Klimapolitik statt. Veranstalter*innen können Firmen sein, Nationen oder auch NGOs. Oft werden dort Best-Practice-Beispiele vorgestellt, es gibt Podiumsdiskussionen oder Forschungsergebnisse werden vorgestellt. Täglich gibt es rund 20 Side-Events, die 90min dauern.

sideevent

Booths (Stände)
Außerdem stellen sich auf dem Konferenz-Gelände ca. 150 verschiedene Firmen, Verbände und Organisationen vor. Das Spektrum reicht von der World World Nuclear Association, dem OECD bis zu Ländervorstellungen (Deutschland verschenkt Plastik-Coffe-to-go-Becher) und kleinen, speziellen NGOs. Hier bekommt man Infomaterial oder kann sich mit einer Vertreter*in unterhalten.

Delegations-Büros und Meeting-Rooms
Hier finden die interne Gespräche statt, zu denen Beobachter*innen meist nicht zugelassen sind.

Was machen wir YOUNGOS dort eigentlich?

Als Youngos nehmen wir an oben genannten Aktivitäten teil, allerdings kommt noch einiges andere hinzu:

Spokescouncil
Jeden Morgen um 8 Uhr beginnt unser einstündiges Spokescouncil. Dort treffen sich Vertreter*innen aller YOUNGO-Organisationen in einem großen Kreis, um gemeinsam im Konsensverfahren Entscheidungen zu treffen. Wir diskutieren, welche Aktionen wir machen, informieren uns gegenseitig über den Stand der Dinge in unseren Delegationen und gehen den Tagesablauf durch.

Working Groups auf der COP19
Wir arbeiten in mehreren Arbeitsgruppen, die sich zum Teil schon vor der COY und COP getroffen haben oder via Skype diskutieren. Auf der COP treffen sie sich meist täglich. Alle Arbeitsgruppen sind offen und agieren nach dem Konsensprinzip.

  • INTEQ
    Diese Gruppe erarbeitet Papers und Lobbystrategien zum Thema intergenerationelle Gerechtigkeit.
  • Loss and Damage
    Diese Gruppe macht Lobbyarbeit zum Thema Loss and Damage.
  • Actions
    Diese Gruppe bereitet eigene Aktionen vor und behält den Überblick über sonstige Aktionen, die von anderen NGOS gemacht werden.
  • Bottomliners
    Diese Gruppe kümmert sich um Grundsätzliches wie Logistik.
  • Human Rights
    Diese Gruppe erarbeitet Strategien, wie die Menschenrechte grundsätzlich im Klimaprozess gestärkt werden können. Speziell in Bezug auf CDM und REDD+.
  • Capacity Building
    Diese Gruppe arbeitet an Bildungsmaßnahmen für uns YOUNGOs.
  • Länder- und Regiongruppen
    Außerdem gibt es Gruppen, die sich auf geografische Regionen beziehen, z.B. den globalen Süden, Afrika oder Asien.
  • Eine komplette Übersicht der Working Groups mit Google-Gruppen hier.

Actions
Wir YOUNGOs sind die einzigen, die Aktionen auf dem COP-Gelände durchführen dürfen. Diese müssen mindestens 24h davor angemeldet werden. Es gibt täglich meist mehrere Aktionen, z.T. der Working Groups. Soziale Medien wie Twitter und Facebook spielen dabei eine große Rolle.

action

Öffentlichkeitsarbeit
Wir möchten, dass das was hier passiert, nicht auf der COP bleibt. Deshalb bloggen wir und nutzen soziale Medien, um möglichst aktuell berichten zu können.

Daily Tick
Wie ihr euch jetzt bestimmt vorstellen könnt, verbringen wir oft kaum Zeit im Plenum, um die Verhandlungen zu verfolgen. Deshalb gibt es den Daily Tick: Eine morgendlich kurze Zusammenfassung über den Stand der Dinge im Plenarsaal.

Don’t discount our future!

Don_t_discount_our_future

Schon mal was von dem Prinzip des discounting gehört? Es ist die Grundlage der Verhandlungen und riskiert unsere Zukunft! Mehr erfahrt ihr hier…

Man sollte meinen, in Klimadiskussionen wäre die Zukunft mindestens genauso relevant wie die Gegenwart. Eigentlich würde man sogar erwarten, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Zukunft noch wichtiger wären als das, was wir aktuell schon erleben. Klimaökonomen aber geben unserer Zukunft weniger Wert. Und darauf verlassen sich die verhandelnden Parteien.

 Die Kosteneinschätzung für die Auswirkungen des Klimawandels beruht auf dem Prinzip des discounting, mit einer aktuellen discount Rate von etwa vier Prozent. Konkret heißt das, dass Kosten für zukünftige Klimakatastrophen jährlich 4% an Wert verlieren.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, die Schäden einer Überschwemmung belaufen sich auf 1.000.000 Euro. Unabhängig davon, ob sie heute oder in 50 Jahren stattfindet, werden Erste Hilfe Maßnahmen und Wiederaufbau 1 Million Euro kosten. In der Berechnung nach dem discounting Prinzip kostet die Flut in 50 Jahren allerdings nur ca. 130.000 Euro.

 Zu Recht muss man sich fragen, mit welcher Begründung Ökonomen diese Annahme machen können. Dabei werden drei zentrale Argumente genannt:

  1. Menschen wertschätzen Geld, das sie sofort zur Verfügung haben, mehr. „Möchtest du heute oder in einem Jahr 100Euro geschenkt haben?“ Die Meisten würden sich für die erste Möglichkeit entscheiden.

  2. In Zukunft wird der Wohlstand steigen und die technologische Entwicklung weiter vorangehen.

  3. Es gibt Risiken und Unsicherheiten in der Zukunft, u.a. – so makaber das klingen mag – das Risiko, das die Erde in 50 Jahren nicht mehr existieren wird.

  4. Wenn wir jetzt einsparen, verringern wir unsere aktuelle Lebensqualität.

Müssen wir wirklich über das dritte und vierte Argument reden? Das Risiko, dass es die Erde in 50 Jahren nicht mehr geben wird besteht tatsächlich, wenn wir uns weiterhin auf das discounting Prinzip verlassen und nichts gegen den Klimawandel unternehmen.

Ebenso fraglich sind auch die ersten beiden Argumente: Wie kann man die Aussage, der einzelne würde lieber heute als morgen 100Euro erhalten auf die Umwelt übertragen? Mit welchem Recht nimmt man an, dass die gleichen Menschen, die lieber heute das Geld hätten als morgen, auch sagen würden, dass Ihnen die Umwelt in Zukunft weniger wichtig ist?

Möglich, dass der Wohlstand in Zukunft wachsen wird, allerdings wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. Wie kann diese ungerechte Verteilung als Berechnungsbasis gelten? Und wer garantiert, dass sich Technologien genau so entwickeln, dass Schäden weniger kosten werden?

Wie absurd discounting ist, ist nicht zu übersehen. Dieses Prinzip als Basis für Verhandlungen zu sehen setzt unsere Zukunft aufs Spiel. Für wen verhandeln die Delegierten hier? Für ihre Kinder und Enkelkinder. Und für die ist die Zukunft mindestens genauso viel Wert wie die Gegenwart.

[Text: Lara Möllney]

Poland flops food supply – much to learn you have Mister Korolec!

Erfoeffnungsveranstaltung

Neben dem, dass die Polen aufgrund ihrer besonderen Beziehung zur Kohleindustrie die Ausrichtung des „World Coal Summit“ parallel zu der von der Kohlelobby und Energiesünder gesponserten Klimakonferenz stattfinden lassen und damit stark an Glaubwürdigkeit bezüglich ihrer Klima-Ambitionen verlieren, schafft es die polnische Regierung noch nicht einmal hier im Stadion eine halbwegs ökologische und nachhaltige Verpflegung auf die Beine zu stellen.

So finden sich zwar super-schicke COP19-Banner und Auskunftschilder mit im modern-green-eco-style gehaltenen Corporate Design an den Wänden des Stadions, jedoch besteht keine Chance hier auch nur ansatzweise eine andere Limonade als den üblichen Coca Cola & Pepsikram zu bekommen. Sogar das Wasser wird von Nestlé höchst persönlich geliefert, während regionale Lieferanten dem Konzern bestimmt in Sachen Qualität oder Lieferkapazität in nichts nachgestanden hätten.

Auch der von den größten Energiesündern Europas, wie Arcelor Mittal (energieintensivster Stahlproduzent Europas) und PGE (größter Energieversorger Polens), gesponserte Empfang in der „Biblioteka Uniwersytetu Warszawskiego“ floppte Polen in Sachen Vegetarier-/Veganerfreundlichkeit. Weiterhin wurde der Begriff„Interkulturelle Kompetenz“ quasi aus dem Vokabular der Speisekarte gestrichen. Weder gab es Hinweise darauf, was nun wirklich in den Pastetchen verarbeitet wurde, noch konnte einem der Kellner Auskunft über die Leckereien geben. So musste ein muslimischer Delegierter auf seinen Snack verzichten, da ihm der junge Kellner, total überfordert bei der Frage „ob da Schweinfleisch drin sei?“, keine Antwort geben konnte.

Nicht, dass wir als Jugenddelegation große Ansprüche an die Essensversorgung stellen wollen und jetzt wieder in die typischen Ernährungs- und Minderheitendiskussion zu fallen drohen. Das Beispiel spiegelt jedoch sehr gut wieder, inwieweit hier ein Bewusstsein für Fragen nach ökologischer und klimafreundlicher Ernährung sowie Empathie gegenüber anderer Kulturen und Religionen besteht. Gerade bei der Ausrichtung des wichtigsten Öko-Gipfels sollte man so etwas erwarten können, während es mittlerweile sogar Festivals wie das Shambala Festival schaffen, sich z.B. aus fast 100% Erneuerbaren Energien zu versorgen oder ein Plastikverbot zu verhängen ohne dabei auch nur annähernd auf Geschmack, Qualität oder Ästhetik verzichten zu müssen.

Hier besteht also Verbesserungspotenzial! Und wir können nur hoffen, dass die zukünftigen Veranstalter der COP, als Zentrum der weltweiten Klimabewegung, mit gutem Beispiel voran gehen und ihre Konferenz zukünftig nach den nachhaltigen Prinzipien organisieren, die sie selbst auf politischer Ebene zu implementieren versuchen.

[Text: Maximilian Fröhlich]

The_Sponsers_of_the_COP19

COP, UNFCC und GHGs – Wtf?!

Als ich begann, mich auf die Klimakonferenz vorzubereiten war ich mit unzähligen Begriffen, Akronymen und Abkürzungen konfrontiert und ich hatte oft keinen Plan. Leider führen diese nicht nur dazu, dass sich eine kleine Gruppe Menschen schnell und klar verständigen kann, sondern auch dazu, dass ein Großteil von uns nichts versteht und dann beim Thema aussteigt. Um es euch zu erleichtern, unsere Blogeinträge und die Berichterstattung rund um die Klimakonferenz zu verfolgen, hier eine alphabetische Liste mit den wichtigen Begriffen rund um internationale Klimapolitik.
Hinweis zur Benutzung: Je nachdem, wie intensiv und mit welchen Quellen (unser Blog, Medienberichte, akademische Texte, Deutsch oder Englisch) du dich informierst, wirst du über manche hier erwähnten Begriffe stoßen oder nicht. Bloß nicht verrückt machen (lassen), du musst lange nicht alle Begriffe kennen, um mitreden und handeln zu können! Die Fülle der Begriffe ist als Angebot an diejenigen unter euch zu verstehen, die mehr wissen möchten. Wenn du Feedback oder Fragen hast, bitte einfach kommentieren.

Ambitionslücke
Lücke, die den Unterschied zwischen den jetzt vorliegenden Zusagen der einzelnen Staaten und den Emissionsreduzierungen, die eigentlich bis 2020 erforderlich wären bezeichnet.

Annex-I-Staaten
Der Anhang I der Klimarahmenkonvention beinhaltet alle Länder, die sich im Kontext der Klimarahmenkonvention verpflichtet haben, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 auf das Niveau von 1990 zu reduzieren. Dazu gehören die OECD-Staaten des Jahres 1992 (westeuropäische Staaten, Türkei, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland) sowie die mittel- und osteuropäischen Transformationsländer (zentral- und osteuropäische Länder sowie die ehemaligen Sowjet-Republiken). Der Begriff wird oft synonym mit „Industrieländer“ verwendet.

Annex-II-Staaten
Der Anhang II der Klimarahmenkonvention beinhaltet alle industrialisierten OECD-Staaten des Jahres 1992, also die Annex-I-Länder ohne die Transformationsländer. Die Annex-II-Länder haben sich dazu verpflichtet, finanzielle Mittel bereitzustellen, um den Entwicklungsländern bei der Emissionsreduzierung zu helfen. Außerdem sollen sie den Transfer umweltfreundlicher Technologien in Entwicklungs- und Transformationsländer unterstützen.

Annex-B-Staaten
Der Anhang B des Kyoto-Protokolls von 1997 beinhaltet alle Länder, die sich im Rahmen dieses Protokolls zu konkreten Emissionsreduzierungen in der ersten Periode (2008-2012) verpflichtet haben. Dazu gehören die Annex-I-Länder ohne Weißrussland und die Türkei, zusätzlich Kroatien, Slowenien, Monaco und Liechtenstein.
ADP, steht für Ad-Hoc Working Group on the Durban Platform, deutsch: Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Durban Platform
Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Erarbeitung eines internationalen Klimaabkommens. Sie ist in zwei Arbeitsbereiche (Englisch: Workstreams) gegliedert.

  • Workstream 1 (2015 agreement)
    Beschäftigt sich mit einem rechtlich verbindlichen Protokoll für 2015, das die neuen Reduktionsziele festschreibt.
  • Workstream 2 (pre-2020-ambition)
    Die Arbeitsgruppe, die sich damit befasst, welche Maßnahmen (in den Bereichen Klimaschutz und Finanzierung)zusätzlich zu den Verpflichtungen des Kyotoprotokolls von den Annex-II Staaten ergriffen werden sollen.

anthropogen
Ist ein Ausdruck der „vom Menschen gemacht“ bedeutet. Laut dem Weltklimarat ist es virtuell sicher, dass das auf den Klimawandel zutrifft. Dennoch gibt es vor allem in den USA Menschen, die den Klimawandel leugnen oder behaupten, er sei völlig natürlich.

AOSIS, steht für Alliance of Small Island States, deutsch: Allianz kleiner Inselstaaten
Bündnis kleiner Inselstaaten, die durch einen Anstieg des Meeresspiegels in Folge einer globalen Erwärmung besonders bedroht sind.

Inselstaat

AWG-KP, steht für Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol, deutsch: Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Vereinbarung zukünftiger Verpflichtungen unter dem Kyoto-Protokoll
Die AWG-LCA wurde im Dezember 2005 in Montréal (COP11) ins Leben gerufen, um die Verpflichtungen der Mitglieder entsprechend dem Kyoto-Protokoll auszuhandeln. Sie hatte 187 Mitglieder, darunter China, nicht aber die USA. Das Mandat der Gruppe wurde ebenfalls verlängert, da in Kopenhagen (COP15) keine Einigung erzielt werden konnte.

AWG-LCA, steht für Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action, deutsch: Ad-hoc-Arbeitsgruppe unter der Klimarahmenkonvention
Arbeitsgruppe, in der seit 1994 alle Länder der Klimarahmenkovention arbeiten. Seither sind 194 Länder beigetreten. Da fast alle Länder der Welt in der Klimarahmenkonvention vereint sind, spielten in der AWG-LCA insbesondere die Länder, die nicht im Rahmen des Kyoto-Protokolls verhandelten, eine große Rolle: die USA und die Entwicklungsländer. Wie auch die Kyoto-Gruppe, sollte die AWG-LCA bis zum Weltklimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 ihre Arbeit abschließen. Nachdem in Kopenhagen (COP15) keine Einigung erzielt worden war, wurde das Mandat der Gruppe verlängert.

Bottom-Up vs. Bottom-down
Diese Begriffe beziehen sich auf den Grad der Verpflichtung des neuen Klimaabkommen für 1015. „Bottom-Up“ heißt, dass die Staaten eigene, nicht-verpflichtende freiwillige Ziele zur Emissionsreduzierung angeben. Dieser Ansatz wird vor allem von den USA gestärkt. „Bottom down“ beschreibt die Methode, eine gemeinsames globales Reduktionsziel aufzustellen, das dann zwischen den Staaten aufgeteilt wird.

CAN(-I), steht für: Climate Action Network(-International), deutsch: Klima-Aktionsnetzwerk(-International)
Das Climate Action Network(-International) ist ein Bündnis von über 700 verschiedenen NGOs aus 95 Ländern. Auf der COP gibt es einen täglichen Newsletter, ECO, heraus, um das wichtigste des Vortags aus Sicht der NGOs zusammenzufassen.

can-eco

CBDR-RC, steht für: Common but Differentiated Responsibilities and Respective Capabilities
Ein fundamentals Prinzip der Konvention, das beschreibt, dass alle Länder unterschiedliche Voraussetzungen, aber eine gemeinsame Verantwortung, ihre Emissionen zu reduzieren, haben. Dieser Ansatz erkennt an, das Industriestaaten eine historische Verantwortung haben, da sie über eine lange Zeit weit höhere Emissionen hatten und haben als Schwellen- und Entwicklungsländer. Gleichzeitig haben die mehr Ressourcen (technologischer und finanzieller Art), um ihren Ausstoß zu senken.

CDM, steht für Clean Development Mechanisms, deutsch: Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung
Der CDM ist ein Instrument des Kyotoprotokolls. Industriestaaten können damit Projekte zur Treibhausgasreduktion in Entwicklungsländern finanzieren und sich die Reduktion als eigene Reduktion gutschreiben lassen. Damit ist DCM markt-basiert. CDM soll dabei helfen, die Kosten zum Erreichen der vertraglich festgelegten Reduktionsziele möglichst niedrig zu halten und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Investoren aus den Industriestaaten können damit Maßnahmen in Entwicklungsländern finanzieren und sogenannte CER-Zertifikate generieren, um eigene Klimaschäden auszugleichen, statt sie im eigenen Land vermeiden zu müssen. CDM birgt einige, zum Teil gravierende Schwierigkeiten. Mehr Infos dazu hier.

CMP, steht für Conference of the Parties Serving as the Meeting of the Parties
Seit 1995 treffen sich während der COPs auch die Unterzeichnerstaaten des Kyoto-Protokolls (MOP). Dementsprechend hinkt die CMP auch 10 Jahre hinter der COP her. Dieses Jahr ist folglich die CMP9.
COP, steht für Conference of Parties, deutsch: UN-Klimakonferenz
Die COPs finden einmal jährlich statt, dieses Jahr ist die neunzehnte (=COP 19). Die Gastgeberländer wechseln. Außerdem sind im Frühling jeden Jahres Zwischenverhandlungen in Bonn.

Copenhagen-Accord, deutsch Übereinkunft von Kopenhagen
Der Copenhagen Accord ist das Abschlussdokument der COP15, die in Kopenhagen stattfand. Erstmals wird darin die wissenschaftliche Meinung anerkannt, dass eine „gefährliche menschgemachte Störung des Klimasystems“ nur verhindert werden kann, wenn die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius Globaltemperatur begrenzt wird.

EEG, steht für Erneuerbar- Energien-Gesetz
Das EEG ist ein Instrument zur Förderung erneuerbarer Energien. Deutschland war bei Einführung des Gesetzes die weltweit erste Nation, die ein solches Förderinstrument einsetzte. Bis Anfang 2012 orientierten sich 65 Länder weltweit am EEG und übernahmen wesentliche Prinzipien des Gesetzes. Ziel des im Jahr 2000 in Kraft getretenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes war die Verdoppelung des Anteils regenerativ erzeugten Stroms in Deutschland bis 2010. Die damalige rot-grüne Bundesregierung verpflichtete die Netzbetreiber zur Abnahme von Strom aus Wind-, Biomasse-, Erdwärme-, Wasser- oder Sonnenkraftwerken. Da die Mehrkosten von den Verbrauchern getragen werden, handelt es sich nicht um eine staatliche Subvention. Auf diese Art tragen alle Verbraucher entsprechend ihrem Stromverbrauch zur Energiewende bei.

Emissionshandel
Umgangssprachliche Zusammenfassung der flexiblen Mechanismen des Kyotoprotokolls. Dazu gehören

  • Cap and Trade
    Für einen bestimmten Zeitraum werden den Annex-B-Staaten eine gewisse Anzahl an Emissionserlaubnissen zugeteilt. Dazu werden die sechs wichtigsten Treibhausgase in Tonnen CO2-Äquivalente umgerechnet. Innerhalb der EU geben die Regierungen diese in Form von Emissions-Budgets an bestimmte Industriezweige oder Produktionsstandorte weiter. Insgesamt soll die Zahl der Emissionserlaubnisse stetig reduziert werden („cap“), dadurch soll der Klimaschutzeffekt gesichert werden. Der Handel mit diesen Emissionserlaubnissen („trade“) soll den Mechanismus flexibler und kostengünstiger gestalten. Problematisch dabei: Es gibt keinen globalen „cap“!
  • Offsetting
    Offsets sind Investitionen, die die eigene Emettierung von Treibhausgasen durch emissionsreduzierende Maßnahmen in anderen Ländern (vor allem im globalen Süden) kompensieren soll,

Staaten können durch diese flexiblen Mechanismen ihr eigenes Reduktionsziel erreichen, ohne selbst weniger Treibhausgase zu emittieren. Das wichtigste Kriterium besteht dabei in der Zusätzlichkeit des Projekts: Dabei ist gemeint, das nur Projekte angerechnet werden können, die ohne JIs oder CDM nicht zustande gekommen wären.

Fracking
Fracking ist ein Verfahren, durch das unkonventionelles Gas (= Gas in tiefliegenden Erdschichten) gefördert werden kann. Dazu werden unter hohem Druck Wasser, Sand und Chemikalien in den Erdboden gepresst. Mehr hier.

fracking

GHGs, steht für GreenHouse Gases, deutsch: Treibhausgase
Gase wie z.B. Kohlendioxid und Methan, die durch die Industrialisierung ihren Anteil in der Atmosphäre stark vergrößert haben. Diese führt zum Anstieg der Erdtemperatur, die wiederum Folgen wie das Schmelzen der Polarkappen, Versäuerung der Ozeane, Desertifikation und den Anstieg des Meeresspiegels hat.

Globaler Süden/ Globaler Norden
Unter Globaler Süden wird die Ländergruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer genannt.Die Länder des Globalen Nordens stehen dagegen für die reichen Industrieländer. Der Begriff Nord/Süd wird somit abgelöst von seiner (relativen) geographischen Bedeutung verwendet und versteht sich als neutraler Begriff als Ersatz für die wertende Bezeichnung Entwicklungs- und Schwellenländer (oder veralteter erste, zweite und dritte Welt). (Text von Wikipedia.de)

HFCs, steht für Hydrofluorocarbons, deutsch: Fluor-Kohlenwasserstoffe
Besonders klimawirksame Gase. Das birgt die Gefahr, dass sie bis 2050 für rund 20% der Erderwämung verantwortlich sein könnten.

IGO, steht für: Intergovernmental Organization, deutsch: Zwischenstaatliche Organisation
Eine staatliche, aber internationale Organisation. Darunter fallen zum Beispiel die NATO oder Weltbank.

INTEQ, steht für INTergenerational Equity, deutsch: Intergenerationelle Gerechtigkeit
Dieses Prinzip geht davon aus, dass alle Generationen Partner*innen in der Nutzung der Erde sind, aber auch darin, auf den Planeten zu achten. Jede Generation muss die Erde und unsere natürlichen und kulturellen Ressourcen in einem mindestens genauso guten Zustand für spätere Generationen hinterlassen wie sie diese vorgefunden haben. Wir als YOUNGOS setzen uns dafür ein, dass das Prinzip in einem neuen Klimaabkommen verwurzelt wird.

IPCC, steht für Intergovermental Panel on Climate Change, deutsch: Welt-Klimarat
Der Welt-Klimarat ist eine Gruppe von ca. 2000 Wissenschaftlern, die zum Klimawandel forschen. Es gibt 3 Arbeitsgruppen: Die erste beschäftigt sich mit der physikalischen Basis der Vorgänge in unserer Atmosphäre. Die zweite mit möglichen Auswirkungen, Anpassung daran und der Verletzlichkeit verschiedener Ökosysteme. Die dritte mit geeigneten Verminderungs-Maßnahmen. Alle 6 Jahre gibt der Welt-Klimarat einen neuen Bericht heraus, der als objektive Informationsquelle unumstritten ist.

JIs, steht für Joint Implemenation, deutsch: gemeinsame Umsetzung
Die JI ist ein weiterer Mechanismus zur Reduktion von Schadstoffemissionen. Hiermit können Reduktionszertifikate von einem Annex-B-Staat auf den anderen übertragen werden. Geschaffen wurde JI vor allem mit Blick auf die osteuropäischen Länder. (Text von klimaschutz-ist-menschenrecht.de)

KP, steht für: Kyoto-Protocol, deutsch: Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll ist ein 1997 in der japanischen Kaiserstadt Kyoto verabschiedetes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der UN-Klimarahmenkonvention. Das Kyoto-Protokoll sah erstmals konkrete Reduktionsziele in einer Verpflichtungsperiode der Jahre 2008 bis 2012 für die sechs wichtigsten Treibhausgase vor, und zwar eine Reduktion um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 1990.
Die Verhandler*innen hatten allerdings ein Quorum für das Inkrafttreten festgelegt. Danach konnte das Kyoto-Protokoll erst in Kraft treten, als mindestens 55 Staaten das Protokoll in nationales Recht umgesetzt hatten, die mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen vereinten. Wegen dieser Bedingung dauerte es bis Februar 2005: Erst mit dem Beschluss des russischen Parlaments konnte das Protokoll auch ohne die USA in Kraft treten. Beim Klimagipfel 2009 in Kopenhagen wurde im Prinzip um eine zweite Verpflichtungsperiode von 2013 bis 2018 mit neuen Reduktionszielen gerungen. Allerdings wollten die USA diesen Weg nicht mitgehen. Die USA stoßen heute viel mehr Treibhausgase aus als 1990, obwohl sie sich in Kyoto eigentlich zu einer Reduktion um sieben Prozent verpflichtet hatten. Allerdings ist dies nie in nationales Recht umgesetzt worden – weshalb die USA der einzige Industriestaat sind, der außerhalb der „Kyoto-Welt“ steht. China wiederum, das mittlerweile als CO2-Verursacher vor den USA liegt – zwar noch lange nicht pro Kopf, aber absolut –, will sich nur zu eigenen Reduktionen in einer zweiten Verhandlungsperiode verpflichten, wenn auch die USA unter das Dach des Kyoto-Protokolls kommen.
(Text von klimaretter.info)

LDC, steht für Least Developped Countries, deutsch: am wenigsten entwickelte Länder
Die LDCs sind Länder im globalen Süden, die einen extrem niedrigen Human Development Index (das offizielle Messinstrument der UN), also geringe sozio-ökonomische Ressourcen, haben. Dafür gibt es 3 Kriterien: Armut, soziale Merkmale (Gesundheit, Bildung etc.) und die Verwundbarkeit der Gesellschaft. Diese Länder sind zugleich am stärksten vom Klimawandel betroffen.

hunger

Loss and Damage, deutsch: Verlust und Schaden
Dieser Ausdruck beschreibt die Verluste und Schäden, die Staaten, insbesondere im globalen Süden und kleine Inselstaaten durch den Klimawandel erleiden.

MOP, steht für Members of the Protocol
Bezeichnet alle Unterzeichnerstaaten des Kyotoprotokolls. Einige der Unterzeichner haben es jedoch nie national ratifiziert, z.B. die USA.

NAMBA, steht für Nationally Appropriate Mitigation Actions, deutsch: national angepasste Begrenzungs-Maßnahmen
Durch NAMBAs können Entwicklungsländer klimafreundliche Wirtschaftsprojekte mit Hilfe der Industriestaaten anschieben. Die Maßnahmen sind freiwilliger Natur und werden mittels Technologietransfer, capacity building, REDD+ und finanzieller Unterstützung der Annex-I-Staaten durchgeführt. Inwieweit die Industriestaaten sich ihr Engagement in die Klimabilanz schreiben können, konnte auf der COP15 in Kopenhagen nicht abschließend geklärt werden. Da die betroffenen Länder keine verpflichtenden Reduktionsziele haben, wurde die Augestaltung der NAMAs offen gehalten: Marokko beispielsweise plant zwei Atomkraftwerke.

NAP, steht für National Adaptation Plan, deutsch: Nationaler Anpassungsplan
Pläne, die den LDCs dabei helfen sollen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

NGO, steht für Non-Governmental-Organization, deutsch: Nicht-Regierungs-Organisation
Ein zivilgesellschaftlicher Interessenverband, z.B. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und der BUND oder sozialpolitische Organisation wie Amnesty. NGOs haben auf der COP Beobachterstatus, dürfen also während der Verhandlungen nicht sprechen.

OECD, steht für Organisation for Economic Co-operation and Development deutsch: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die Hauptaufgaben der OECD bestehen in der Sicherung der Währungsstabilität, der Förderung des Welthandels, der Planung und Förderung des wirtschaftlichen Wachstums und der Koordination der Wirtschaftshilfe für die Entwicklungsländer. Hierzu veröffentlicht die OECD (2010 = 32 Mitglieder) eine Anzahl regelmäßig erscheinender Länder-, Wirtschafts- und statistischer Berichte, veranstaltet wirtschaftspolitische Konferenzen und berät in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen.

OPEC, steht für Organization of the Petroleum Exporting Countries, deutsch: Organisation erdölexportierender Länder
OPEC ist ein Ölkartell, dass 1960 zur Preisabsprache von den fünf wichtigsten Ölfördernationen gegründet wurde: Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela.
Gegenwärtig sind 13 Länder Mitglied: Neben den genannten Gründungsmitgliedern sind dies Nigeria, Algerien, Libyen, Angola, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ecuador und Indonesien. Damit steht die OPEC für mehr als 40 Prozent der weltweiten Ölförderung und verfügt wohl über 75 Prozent der weltweiten Ölreserven

REDD(+), steht für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, deutsch: „Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung
Jährlich werden weltweit 13 Millionen Hektar Wald abgebrannt oder gerodet, das ist viermal die Fläche von Belgien. Die daraus resultierenden Emissionen sind nach dem Energiesektor die zweitgrößte Quelle von menschenverursachtem Kohlendioxid. Die Idee von REDD: dem im Holz von tropischen und borealen intakten Wäldern gespeicherten Kohlenstoff einen ökonomischen Wert geben. Roden würde so in etwa dasselbe sein, wie Geldscheine zu verbrennen. Der Plan macht auch ökonomisch Sinn: Der Stern-Report von 2006 führt aus, dass die Drosselung der weltweiten Entwaldung der kostengünstigste Weg ist, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken. Dieses Klimaschutzinstrument wurde 2007 eingeführt. Die Überarbeitung des REDD-Modelles, die als „REDD+“ bezeichnet wird, bezieht neben den Waldschutzmaßnahmen zudem die Kohlenstoffspeicherung über nachhaltigere Waldbewirtschaftungsformen und die Verbesserung der Wirtschaftslage der Menschen in den betroffenen Gebieten mit ein.
REDD ist höchst umstritten und birgt viele Schwierigkeiten. Mehr dazu hier.

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Technologietransfer
Die Klimarahmenkonvention sieht vor, dass die Entwicklungsländer vom Norden mit „sauberer“ Technologie versorgt werden sollen. Seit der ersten Vertragsstaatenkonferenz 1995 in Berlin geht der Streit um die Ausgestaltung dieser Vorschrift. Die Entwicklungsländer bemängeln regelmäßig, von den Industriestaaten nicht ernst genommen zu werden. (Text von klimaretter.info)

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UN, steht für United Nations, deutsch: Vereinte Nationen
Die UN wurden 1945 gegründet und haben ihren Sitz in New York, USA. Sie haben mittlerweile 193 Mitgliedsstaaten. Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege sollen sie eine Zusammenarbeit der „Völker der Vereinten Nationen“ sichern. Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) haben sich zur Einhaltung der in der Charta festgehaltenen Ziele und Prinzipien verpflichtet. Die UN haben zahlreiche Unterorganisationen. Zu den bekanntesten zählen UNICEF, UNESCO und die WHO. Einen tollen Überblick mit Infografiken zur UN gibt es hier: www.bpb.de/internationales/weltweit/vereinte-nationen/

UNEP, steht für United Nations Environment Programm, deutsch: Umweltprogramm der Vereinten Nationen
Das Programm wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Nairobi, Kenia. Nach seinem Selbstverständnis ist das Programm die „Stimme der Umwelt“ bei den UN. UNEP wirkt als Auslöser, Anwalt, Lehrer und Vermittler für den schonenden Umgang mit der Umwelt und einer nachhaltigen Entwicklung. Es arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, darunter andere UN-Organisationen, andere internationale Organisationen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen.

UNFCCC, steht für United Nations Framework Convention on Climate Change, deutsch: Klimarahmenkonvention
Die Klimarahmenkonvention ist ein Umweltabkommen von 1992 mit dem Ziel, eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems zu verhindern und die globale Erwärmung zu verlangsamen sowie ihre Folgen zu mildern. Die 194 Vertragsstaaten treffen sich auf den COPs, um weitere Maßnahmen zu verhandeln. Das 1991 gegründete UNFCCC-Sekretariat unterstützt die Verhandlungen über die Nachfolge des Kyoto-Protokolls, sorgt für Informationsaustausch und wissenschaftliche Expertise über die Implementierung der Kyoto-Ziele (Emissionsdaten, Zielkontrolle) in den Teilnehmerstaaten. Es hat rund 200 Mitarbeiter*innen.

YOUNGO, Wortspiel aus „Young“ und „NGO“, sozusagen die Jugendform des CAN
Das gemeinsame Netzwerk aller jugendlicher Verteter*innen von NGOs.

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Zwei-Grad-Ziel
Das Zwei-Grad-Ziel drückt aus, dass die Erderwärmung auf maximal 2°C begrenzt werden soll. Eine derartige Erwärmung führt zu Klimawandel-Folgen wie Meeresspiegelanstieg, Verschiebung der Wüstenzonen, Übersäuerung der Meere und Klimaflucht. Erstmals aufgestellt wurde es 2009 im Copenhagen-Accord. Viele stark vom Klimawandel betroffene Staaten fordern allerding ein 1,5°C-Ziel, weil sie die Folgen einer Erwärmung um 2°C für zu massiv halten, um sich daran anzupassen.

Anhang:

Kurze, einfache Zusammenfassung der COP19-Agenda: Defrosting COP19

Quellen:

Natürlich muss und kann man das Rad nicht neu erfinden. Folgende Quellen habe ich für die Zusammenstellung benutzt:
bpb.de
klimaretter.info
klimazwei.de
rtfcc.org
klimaschutz-ist-menschenrecht.de

Reclaim COP!

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Aus Protest gegen die Übernahme der COP19 durch Unternehmen, hat die Jugend heute eine Auktion veranstaltet auf der das Klima an den Höchstbietenden versteigert wurde.

Nur ein Beispiel der erheblichen Rolle und Verstrickung von Unternehmen ist das offizielle Sponsoring der diesjährigen COP durch 13 Partnerunternehmen. Die Partnerunternehmen sind einige der größten Umweltverschmutzer, wie zum Beispiel ArcelorMittal, BMW und Emirates, aber auch die polnischen Giganten fossiler Brennstoffe wie PGE und die Lotos Group.

Pascoe Sabido von Corporate Europe Observatory betont, „Warum dürfen die weltweit größten Klimakriminellen sich in den Farben der UN hüllen und sich dann der Welt als Klimahelden präsentieren? Warum dürfen sie sich in der Nähe der Gespräche aufhalten – die WHO (Weltgesundheitsorganisation) erlaubt Marlboro auch nicht sich in der Nähe von Aktionen gegen Lungenkrankheiten aufzuhalten, und trotzdem erlaubt die UNFCCC ArcelorMittal, BMW und den restlichen Unternehmen diese COP zu sponsern.“

Heute Morgen haben Jugendgruppen in Warschau eine Guerilla Social Media Kampagne gegen die Partnerunternehmen der COP19 gestartet. Die Warschauer Büros der Unternehmen wurden ausfindig gemacht und Banner mit der Aufschrift „ Die COP19 wird Ihnen präsentiert von..“ und einem Logo des jeweiligen Unternehmen hochgehalten.

Für ausführlichere Fakten zu den Sponsoren: „Corporate Europe Observatory’s COP19 Guide to Corporate Lobbying“. Download unter: corporateeurope.org/sites/default/files/cop19_guide_to_corporate_lobbying-with_references.pdf

Mehr Fotos: http://www.flickr.com/photos/Push_Europe

Die offizielle Ausstellung der COP19

Der Kultur- und Wissenschaftspalast in Warschau wird während der Klimakonferenz als Veranstaltungsort für die offizielle Ausstellung, die die COP19 begleitet, genutzt.

Kultur- und Wissenschaftspalast in Warschau

Der Palast ist das höchste Gebäude in Polen, war ein Geschenk der damaligen Sowjetunion an Polen und ist eine beeindruckende Erscheinung. Außer den Plakaten am Stadion ist es außerdem der einzige Ort hier in Warschau, an dem wir bisher einen Hinweis auf die Klimakonferenz entdeckt haben.

Heute war ich für euch vor Ort, um mir diese Ausstellung einmal anzusehen: was die offizielle Ausstellung an begeht kann ich euch jetzt sagen, dass ihr hier in Warschau nichts verpasst. Es waren kaum Besucher vor Ort, die Ausstellung wenig interessant und das Personal wenig motiviert.

Die offizielle Ausstellung

Eine kleine Ausnahme war der Klub Gaja, eine polnische Organisation, die sich für die Natur und besonders den Erhalt der Flüsse in Polen einsetzt. Sie haben sich gerne die Zeit genommen, um mir zu erzählen, warum sie unzählige Meter bunte Stoffreste aneinander flechten. Sie beschrieben, dass es anfangs nur um den natürlichen Erhalt eines Flusses in Polen ging. Als Zeichen und um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen, haben sie als Protestaktion die Länge des Flusses geflochten. Diese Aktion wurde dann auf alle Flüsse Polens ausgeweitet und seitdem wird geflochten. Während der COP19 werden sie noch eine Aktion starten und die vielen, vielen Meter zum Stadion schaffen.

Klub Gaja

Natürlich habe ich besonders darauf geachtet, ob deutsche Firmen oder NGOs bei der Ausstellung dabei sind. Gefunden habe ich: „Natürlich handeln! Sachsen im Klimawandel“.

Man muss ehrlicherweise sagen, dass sich diese Ausstellung an das polnische Publikum richtet und somit deutlich auch Sprachbarrieren herrschten. Dennoch fand ich es schade kaum NGOs vertreten zu sehen und dann auch noch ausgerechnet auf Shell zu treffen.

[Text von Julia Alibi]

Race of Independence!

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Polen ist bekanntlich ein Kohleland. Es soll sogar ein neues Kohlekraftwerk gebaut werden! Deshalb haben wir  auf der Conference of Youth (COY) einen kleinen Film dazu gedreht. Am 11. November ist polnischer Unabhängigkeitstag, der mit einem Marathon gefeiert wird. Wir machen unser eigenes Race of Independence!

Ihr könnt unsere polnischen Freund_innen unterstützen, indem ihr das Video teilt und diese Petition gegen das neue Kohlekraftwerk unterzeichnet.

 

Begrüßung der Delegierten

Wir waren heute morgen vor Ort, um die Delegierten zum Beginn der Klimakonferenz die richtigen Botschaften mit auf den Weg zu geben.

Jetzt gerade findet die offizielle Begrüßung der COP19 im Polnischen National Stadion statt, aber wir waren heute morgen schon auf dem Weg zum Stadion, um die Delegierten mit einem freundlichem ‚Good morning‘ und unseren Botschaften zu begrüßen: Mit Bannern und Flyern haben wir auf die Notwendigkeit von Klimagerechtigkeit aufmerksam gemacht.

COP BEgrüßung Foto Marco

Die polnische Polizei war anfangs freundlich und lies uns unsere Fotos machen, Banner aufhängen und Flyer verteilen. Anfangs! Es hat nur wenige Minuten gedauert, bis uns mitgeteilt wurde, dass wir uns in der ‚Polizei-Zone‘ befinden und bitte gehen sollen. Also haben wir unsere Aktion dann an die Haltestellen verlegt, an denen die Delegierten ankamen.

Die Reaktionen der Delegierten auf uns und unsere Flyer waren sehr durchmischt. Einige waren froh, dass zumindest wir vor Ort sind (leider waren weder andere NGOs noch Fernsehteams präsent). Andere haben uns ganz deutlich ihre Ablehnung spüren lassen. Traurigerweise wurde die Ablehnung besonders deutlich, wenn wir das Wort ‚Klimagerechtigkeit‘ laut ausgesprochen haben.

[Text: Julia Alibi]

Die JZBE-Delegation berichtet für uns!

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Die Jugenbündnis Zukunftenergie-Delegation (von links): Kata, Lara, Dorothea, Julia, René und Anna.

Der Arbeitskreis „Internationale Klimapolitik“ des JBZE war jetzt schon öfter bei der Zwischenkonferenz in Bonn dabei, aber da die UN-Climate Talks dieses Jahr in Warschau stattfinden, bekamen wir sogar die Möglichkeit an diesem großen Ereignis teilzunehmen.

Aber warum sollen wir denn da eigentlich dabei sein? Es gibt ja schon die offiziellen Länderdelegationen, die dort die internationale Klimapolitik besprechen – das ist schließlich ihr Job!  Aber was, wenn wir nicht zufrieden sind mit ihrer Arbeit? Wenn uns ihre Zielsetzung nicht ausreicht und wenn wir das Gefühl haben, dass sie nicht alle Beteiligten gut genug vertreten? Weil viele Jugendliche auf der ganzen Welt genau das denken und zu der Fraktion „Ich nehm das jetzt mal selbst in die Hand“ gehören, kommen seit jeher auch Jugendliche als Vertretung eines Teils der Zivilgesellschaft zu den Klimaverhandlungen.

 Bei den jungen Leuten geht es nicht darum Länderinteressen gegeneinander auszuspielen („Wenn du keine Reduktionen vornimmst, dann mache ich auch nichts!“), sondern alle unterstützen sich gegenseitig, um gemeinsam die Stimme zu erheben:

 

Wir wollen, dass FÜR die Rechte zukünftiger Generationen gekämpft wird. Die Zukunft ist nicht weniger wert als die Gegenwart. Wir wollen unseren Kindern und Kindeskindern einen lebenswerten, grünen Planeten hinterlassen. Das heißt, dass Erdöl und Kohle JETZT in der Erde gelassen werden müssen. Unsere Gesellschaft muss sich AB SOFORT auf Erneuerbaren Energien aufbauen – und dabei nicht die schnellen Profite, sondern Mensch und Natur im Fokus haben. Wir müssen aufhören uns darüber zu streiten, wer in der Vergangenheit die größte Schuld auf sich geladen hat, sondern vor allem darauf schauen, wer am meisten zur Lösung beitragen kann. Wir haben EINE Welt, auf der wir ALLE gemeinsam leben, also müssen die wohlhabenden Ländern den ärmeren und stärker bedrohten Teilen dieser Erde helfen, sie unterstützen und jetzt handeln, um die großen Klimakatastrophen zu verhindern. Es geht um unsere LEBENSGRUNDLAGE, es geht um FRIEDEN und SICHERHEIT.

Die Jugend-NGOs stellen konkrete Forderungen, wie diese Ziele in das Klimaabkommen aufgenommen werden sollen. Um das zu unterstützen und euch auf dem Laufenden zu halten, wie wir daran arbeiten und wie die Konferenz verläuft, sind wir hier dabei.

 Wir schreiben diesen Blog, sowie bei klimaretter.info, posten Neuigkeiten bei Facebook und Twitter und wollen auch gerne mit euch persönlich in Kontakt treten.

 Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt oder uns irgendeine Nachricht zukommen lassen wollt, dann schreibt an infoØzukunftsenergie.org – wir freuen uns sehr darauf von euch zu hören und zusammen mit euch Klimawandel und Klimapolitik besser zu verstehen und gemeinsam entschlossen zu handeln!

 

 [Text: Dorothea Epperlein]

Powershift CEE und COY

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Dzień Dobry! Die ersten TeilnehmerInnen unserer Delegation sind bereits in Warschau angekommen.

Wir nehmen derzeit im Vorfeld der Klimakonferenz an der neunten Conference of Youth / PowerShift Central & Eastern Europe teil. Über 400 Jugendliche aus 66 Ländern treffen sich für 4 Tage um in Workshops zu arbeiten, Strategien für die COP und Aktionen in den jeweiligen Heimatländern zu planen, und sich zu vernetzen. Der Tag begann im Plenum um sich kennenzulernen, ein Gruppengefühl aufzubauen und als gemeinsame Bewegung zu wachsen. Danach ging es in die Workshopphase, die sich heute im ersten Slot mit Workshops zum Bauen einer Gemeinschaft und im zweiten Slot mit Problemen und Beispielen aus einzelnen Ländern befasste.

Plenum
Plenum

Um euch eine besseren Eindruck von den Workshops zu vermitteln, wollen wir euch hier kurz zwei Workshops von heute vorstellen:

Workshop: Personal Empowerment „Inner Change for Climate Change“

Die Akteure der Brahma Kumaris Environment Initiative nutzten den ersten Tag, um den Teilnehmern der COY eine etwas ungewöhnliche Perspektive näher zu bringen: „It`s all about YOUR thoughts“ („Es geht um DEINE Gedanken“). Sie erinnerten uns daran, dass wir viel zu oft nur darüber diskutieren und nachdenken, was wir tun könnten, um andere zu motivieren. Dabei vergessen wir uns selbst und was wir selber an unserem Lebensstil noch weiter ändern können.

Wir haben uns eine Stunde Zeit genommen, um folgende Fragen zu beantworten:

–  Wie fühlt sich ‚personal empowerment` an?

–  Was für Faktoren machen ‚empowerment` möglich?

–  Wie hat man sich in ‚empowered‘-Situationen gefühlt?

–  Was für Qualitäten assoziieren wir mit ‚empowerment‘?

–  Was sind Faktoren/ Limitationen, die ‚empowerment‘ verhindern? Und welche Rechtfertigungen finden wir hierfür?

Wenn euch dieses Thema und die ‚Energy of empowerment‘ interessiert, nehmt euch ein paar Minuten Zeit, um die Fragen für euch selbst zu beantworten. Wir wollen an dieser Stelle keine Definition von ‚personal empowerment‘ liefern, denn (wie die Fragen zeigen) es geht um eure eigenen Eindrücke, Gefühle und Möglichkeiten. Also definiert euch den Begriff!

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“With faith in a successful outcome, I naturally contribute positive energy to tasks and ideas.“

Workshop: Corporate Lobbying und dessen Einfluss auf den UN-Klimagipfel

Corporate Europe Observatory* (CEO) hat heute einen sehr informativen aber auch erschütternden Workshop gehalten. Wusstet ihr, dass..

  1. ..Unternehmen zum pre-COP 19 Treffen eingeladen, aber NGOs ausgeschlossen waren,
  2. ..‘schmutzige’ Industrie-Unternehmen, die Sponsoren der COP19 sind,
  3. ..zur selben Zeit, wie die COP19 auch der International Coal & Climate Summit hier in Warschau stattfindet,
  4. ..die Punkte 1-3 alle durch die polnische Regierung legitimiert wurden?

Wenn ihr genauer wissen wollt, welche Macht Lobbyisten nicht nur hier in Warschau haben, schaut euch schon mal diese Seite an: corporateeurope.org/

In den nächsten Tagen werden auf der CEO-Seite auch noch viel Konkreteres (Öl, Gas und Kohlelobby; falsche ‚Lösungen‘; die Partner der Verbrechen der polnischen Regierung; Lobbying der anderen Industrien; etc.) und auch Lösungsansätze zu finden sein.

* “Corporate Europe Observatory (CEO) is a research and campaign group working to expose and challenge the privileged access and influence enjoyed by corporations and their lobby groups in EU policy making.”

Wir sind gespannt auf morgen und freuen uns schon auf den nächsten Blogeintrag!

[Text: Julia Alibi]