Keine Kohle für Kohle!

Quelle: PUSH Europe
Quelle: PUSH Europe

Kohle und Klimaschutz geht nicht zusammen. Das wissen doch alle. Oder? Naja – Zumindest glaubt das der Weltkohleverband nicht. Die haben sich nämlich dieses Jahr absurderweise genau in der Zeit der Klimakonferenz Warschau für ihr jährliches Treffen ausgesucht, um ihre “Ideen” von der sauberen Kohlekraft zu verbreiten.

Nun wie soll man das alles bewerten?

Zunächst einmal ist es eine riesen Frechheit der Kohleindustrie, paralell zur Konferenz, bei der versucht wird, das drängendsten Problem, das die Menschheit zu lösen hat, ihren Selbsbeweihräucherrungstanz aufzuführen.

Zweitens ist das 40% Wirkungsgradziel lächerlich. Selbst effizientere Kraftwerke stoßen weiterhin CO2 aus, zwar etwas weniger, aber immer noch genug um dem Klima weiterhin zu schaden. Ausserdem müssten diese Kraftwerke ja noch gebaut werden. So ein Kraftwerk hat eine Laufzeit von ungefähr 40-50 Jahren. Also emittieren diese Kraftwerke weiterhin jahrzehntelang Kohlendioxid, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt schon lange auf den Austoß dieser klimaschädlichen Gasen zum größten Teil verzichten wollten.

Auch die CCS-Technologie, die sich noch nicht mal irgendwo auf der Welt bereits im kommerziellen Gebrauch befindet, ist nichts anderes als ein weiterer Versuch eine veraltete Technologie am Leben zu halten.

Jeder Neubau eines Kohlekraftwerkes, ob mit CO2-Abscheidung oder ohne, steht der Energiewende entgegen. Denn dadurch gehen die notwendigen Innovationen und Investitionen der erneuerbaren Energien verloren.

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Das Konzept von großen zentralen Kraftwerken ist veraltet und behindert den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien. Durch sie wird mit viel Kapital die Infrastruktur auf ein bestimmtes Modell festgelegt, dass sich später auch nur durch einen weiteren großen Kapitaleinsatz wieder umstellen lässt. Das bedeutet, es ist viel effizienter bzw. wirtschaftlicher auf neue Kraftwerke zu verzichten, die bereits vorhandenen Kraftwerke etwas länger am Netz zu behalten, um den Übergang, zu 100% erneuerbaren, zu sichern und den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen voran zu treiben. Dies spart in der Gesamtbilanz CO2 ein und ist auch monetär sinnvoller. Es darf kein weiteres Geld für die Zementierung der bestehenden Strukturen ausgegeben werden – keine Kohle für Kohle!

[Text: Christian Nissen]

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